Posts filed under 'Sonst so aus meinem Leben'

Abends offline

Derzeit bin ich abends offline. Ich bin umgezogen, in eine schöne, neue Wohnung mit Terassenblick auf die Stadt, Abendsonne, alles. Aber ich bin (noch) offline. Nun könnte man meinen, tagsüber vor dem Computer zu sitzen und im WWW zu navigieren, würde reichen. Aber nein, ich muss zugeben, ich fühle micht tatsächlich abgeschnitten vom Rest der Welt, wenn ich am Abend Zuhause bin und partout nicht ins Netz komme. Aber vielleicht ist das ja ne zeitlang ganz heilsam. Man liest mehr, hört Musik, die man schon lange nicht gehört hat… Trotzdem hoffe ich, dass ich bald das Equipment für meinen W-Lan-Zugang geliefert bekomme. Dann kann ich mich nämlich auf die Terasse setzen und online sein.


3 comments Juli 16, 2008

Innovationsmanagement: Studierende als Coaches

Im Rahmen meines Seminars “Kreativität: Geniale Begabung oder Schlüsselkompetenz” haben drei Studierende und ich heute die Steinhöringer Werstätten für behinderte Menschen besucht. Vor gut einem halben Jahr war ich dort schon einmal und habe meine Bachelor-Arbeit zum Thema Innovationsmanagement in Werkstätten für behinderte Menschen vorgestellt. Quasi als Folgeprojekt haben Studierende heute ihre Ideen zum Innovationsmanagement vorgestellt.

Zuvor hatten wir uns ausführlich mit dem bisherigen Ideenmanagement-Konzept der Werkstätten befasst - einem stark verbürokratisierten betrieblichen Vorschlagswesen, dass bisher nicht besonders gut angenommen worden war.  Während ich zuvor etwas skeptisch war, ob der Nutzen für beide Seiten - Studierende und den Betrieb - den Aufwand rechtfertigen würde, kann ich nun ein rundum positives Resümmee ziehen.

Ideen zur Wissenskommunikation und der Vorschlag, gezielt Communities of Practice zu fördern wurden ebenso gut aufgenommen wie die konstruktive Kritik am bestehenden Konzept. Die Studierenden waren recht angetan von der Erfahrung, dass das eigene Wissen auf positive Resonanz stößt und tatsächlich eine Wirkung haben kann. Immerhin wurde uns zugesichter, dass die mitgebrachten Ideen aufgegriffen und bisherige Strukturen modifiziert werden sollen.

Das lebhafte Interesse vor allem am Thema Wissensmanagement hat uns gezeigt, dass auch Studierende als Coaches und “Innovationshelfer” auftreten können. Gerade die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Betrieben auch und vor allem im sozialen Bereich scheint mir aus didaktischer Sicht vielversprechend. Eine längerfristige Kooperation kann, denke ich, ein positives Beispiel für “Open Innovation” zwischen Universität und dem sozialen Sektor sein, von dem beide Seiten in besonderem Maße profitieren. Vielleicht erfährt das Projekt “studentische Innovationsberatung” eine Fortsetzung, wenn es um die konkrete Implementation von Konzepten und Methoden geht.


2 comments Januar 22, 2008

Web 2.0-Wahlkampf in Augsburg

Die Wahl des Oberbürgermeisters in Augsburg wird zu einem Web 2.0-Event, der es mit dem US-Wahlkampf aufnehmen könnte, nur ein paar Nummern kleiner - und lustiger.

Ein sehr amüsanter Artikel in der Stadtzeitung informiert darüber, das der unabhängige OB-Kandidat Kurt Gribl eine Myspace-Präsenz (die ich jetzt bewusst nicht verlinke) eröffnet hat.  Gribl hatte sich bereits mit der Augsburger Popkommission als Förderer der (Jugend-) Kultur zu etablieren versucht. Das ist wohl nur bedingt gelungen, denn es gibt auf Myspace auch eine Seite des “Verein der Geschädigten der Popkommission ev”. Beide werben nun um die Gunst Augsburger Künstler.

Lustig ist die Geschichte deswegen, weil her Wahlkampf mit Myspace-Freundschaften geführt wird. Nach dem Motto: Magst du Gribl oder magst du ihn nicht, lehn seine Freundschaft ab oder nimm sie an… Das Annehmen und Ablehnen hat mittlerweile eine dermaßen verwirrende Dimension, dass man den entsprechenden Stadtzeitungs-Artikel wirklich sehr aufmerksam lesen musste, um ihn zu verstehen.


Add comment Januar 13, 2008

Auswandern

Ja, ich wandere aus. Naja, ich gehe zur Promotion in die Schweiz, das macht es schon wieder unspekatkulärer (”Ach sooo, nur in die Schweiz.”).

Warum ich das mache? Nun, leich fällt es mir nicht. Gerne, sehr gerne wäre ich hier in Augsburg geblieben und hätte bei Gabi promoviert. Aber alles in allem spricht einfach sehr viel dafür, weg zu gehen. Im Einzelnen heißt das: An der Uni St. Gallen bekomme ich einen festen Vertrag für drei Jahre, 50% meiner Stelle werden über ein Promotionsstipendium finanziert, 35% kann ich am Institut für Wirtschaftspädagogik arbeiten. Bei dem Doktorandenprogramm geht es um Hochschuldidaktik, also auch noch genau mein derzeitiges Interessengebiet.

In Augsburg hätte ich - dank Gabis und Toms Bemühungen - ebenfalls eine Beschäftigung gehabt. Allerdings mit zwei halben Stellen, jeweils befristet auf ein halbes Jahr. D. h. in regelmäßigen Abständen zittern, wie es weitergeht, nicht sicher sein, ob man über die Runden kommen wird… Zudem hat man in Deutschland ja ein Lehrdeputat, auch das fällt in der Schweiz weg.

Also man kann es schon verstehen, dass viele (Nachwuchs-)Wissenschaftler nicht in Deutschland bleiben: Irgendwie sind die Bedingungen - zumindest in meinem Interessenbereich - nicht so rosig.


2 comments Januar 10, 2008

Lett… Lett… Lettland

So, ein kurzer Zwischenbericht aus dem Kurzurlaub in Lettland.

Hmm, was kann man sagen. Nachdem wir am Freitag hier angekommen sind, sind wir sofort mit dem Mietauto etwa dreieinhalb Stunden nach Daugavpils gefahren. Das war der Startpunkt unserer Rundreise in Latgale, die wohl ärmste und touristisch am wenigsten erschlossene Region Lettlands. Warum wir dorthin gefahren sind. Nun, Basti hat eine lettische Bekannte, die aus Daugvapils stammt. Daugava ist übrigens ein Fluss und Pils heißt Burg. Der deutsche Name von Daugvapils war demenstprechend auch Dünaburg.

Am Samstag haben wir uns dann in die lettische Wildnis aufgemacht. Zu einem See, zu einer Blockhütte, mit einem Opel Meriva. Der blieb dann auch erstmal stecken, als wir versuchten auf der Schotterstraße die Reste der Festung Dünaburg zu erreichen. Immerhin konnte ich den Wagen mit den Händen ein wenig ausgraben und wir haben ihn auch wieder aus dem Sandloch bekommen. Die Reste der Burg, wildromantisch gelegen, waren dann aber auch sehenswert. Auf dem Gelände der Burg fand sich ein kleines Häuschen, besetzt mit drei (!) Personen, die dann umgerechnet etwa einen Euro pro Person für die Besichtigung verlangten. Das zeigt auch in etwa den Charakter der Region Latgale: Viel Landschaft mit versträuten Häusern, hin und wieder ein einzelnes Pferd oder eine Kuh….

Abends haben wir uns dann an einem großen See niedergelassen, mit Blockhütten (wir hatten zwar nur ein Zimmer, aber es war trotzdem schön). Grillen konnten wir da, viel Fleisch, Schaschlick am Spieß direkt am Wasser (obwohl es recht kalt war). Am Sonntag dann dir Rückfahrt, zum Teil auf Schotterstraßen.

Heute haben wir dann Riga erkundet und der Kontrast zum Land ist enorm: Große, teure Autos, Stöckelschuhe und Anzüge wohin das Auge reicht. Die Atmosphäre ist hier großstädtisch kühl und etwas angespannt. Morgen sehen wir weiter….


5 comments Mai 7, 2007

Bachelor-Arbeit vorgestellt

Gestern habe ich meine Bachelor-Arbeit in den Ruperti Werkstätten vorgestellt. In dieser Werkstätte für behinderte Menschen hatte ich meine empirische Untersuchung zum Thema Mitarbeiterkreativität durchgeführt.

Erfreulicherweise kamen trotz Sonnenscheins und Feierabend doch etwa 25 Mitarbeiter, um sich meinen Vortrag anzuhören. Inhaltlich zog sich der Vortrag vom Thema Innovation und Ideen- und Innovationsmanagement über Prozesse der Wissensgenerierung zum Verhältnis von Individuum und Organisation bis zum organisationalen Lernen.

Lehrreich war die Situation für mich vor allem deswegen, weil es seit langem das erste Mal war, dass ich vor Leuten sprach, deren Reaktion ich nicht deuten konnte, bzw. von denen ich gar keine Reaktion erwarten konnte: Ich wusste schlichtweg nicht, wie das, was ich sagen würde verstanden und nach welchen Kriterien es beurteilt würde.  Ein komisches Nicht-Gefühl, das ich da direkt nach dem Vortrag hatte. Alles in allem ist es aber gut gelaufen und heute habe ich erfahren, dass die Rückmeldungen der Mitarbeiter wohl auch durchwegs positiv ausgefallen sind.


2 comments April 17, 2007

Weg….

… war ich die letzten drei Wochen. Im Urlaub. In Spanien.

Ja, Spanien, obwohl ich eigentlich bis vor einem Jahr nie dorthin wollte. Aber dann war ich in Sevilla. Und im vergangenen Semester habe ich begonnen, Spanisch zu lernen. Und jetzt war ich wieder dort, nicht in Sevilla, sondern in Salamanca.

Wie war’s? Nun, es war ganz bezaubernd. So bezaubern wie ein Urlaub mit dem besten Kumpel nur sein kann. Geplant war die ganze Sache recht spontan und irgendwie kamen wir aus jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zu dem Schluss, dass es doch ganz sinnvoll sei, mit dem Bus von Augsburg nach Salamanca zu fahren. Direktverbindung, immerin. 28 Stunden zwar, aber Direktverbindung. Mit den Flieger hätte man ja nur (in 2 Stunden) nach Madrid gekonnt und dann mit dem Bus (2,5 Stunden) nach Salamanca fahren müssen. Naja. Wie dem auch sei. Trotz schwieriger Verständigung mit griesgrämigen portugiesischen Busfahrern (fünf ! an der Zahl) und einiger Verwirrung (”Müssen wir nach Salamanca in den anderen Bus?” Ja! “Wir brauchen unser Gepäck - da hinten!” Salamanca? “Ja!” Da müssen sie doch nicht in den anderen Bus!!!).

Und die Salamanca ist wirklich wunderschön, eine Traumstadt, nicht zu groß und nicht zu klein, mit 40.000 Studenten bei 160.000 Einwohnern. Toll. Zu unserem Stolz können wir sagen, dass wir nicht nur auf der faulen Haut lagen, im Gegenteil. Wir haben uns weitergebildet und am “Colegio de Espana” einen Sprachkurs besucht. Außerhalb des Colegios haben wir dann leider meist Englisch gesprochen, weil Amerikaner, Holländer, Deutsche… Aber trotzdem habe ich das Gefühl, wirklich viel gelernt zu haben.

Und Spanien mag ich jetzt auch, noch mehr als vor einem Jahr.

Ein paar Bildchen:

KathedraleEmi in MadridSalamancaPark


Add comment März 26, 2007

In Sartres Hölle

Gerade bin ich wieder an einem kleinen aber feinen Filmprojekt beteiligt. Ein paar MuK-Drittsemester haben mich für ihren Kurzfilm in Ulrich Fahrners Seminar Einführung in die Videoarbeit “endteckt”. So läuft das, da spielt man einmal einen schwulen Kunsthändler…

Das Projekt ist spannend und hoch ambitioniert. Die Geschichte ist eine Adaption von SartresGeschlossene Gesellschaft” (”Die Hölle, das sind die Anderen”). In der Filmversion kommt Garcin (ich) in die Hölle. Führ ihn stellt sich dieser Ort ewiger Verdammnis als Raum dar, deren mehr oder weniger einziger “Inhalt” Estelle und Inés sind. Hier beginnt das Problem: Garcin will eine Träne der Trauer von Inés, Inés will die Liebe von Estelle und Estelle will diese wiederum von Garcin. Da alle drei wie gesagt schon Tod sind, hilft auch ein Messerscharmützel den dreien nicht aus ihrer misslichen Situation. Sie sind gefangen, für immer.

Gedreht wird im Abraxas, auf der Bühne, die mir vom Theater her ja schon gut vertraut ist. Wenig (dazu noch blaues) Licht, viel schwarz und eine sehr spärliche Kulisse, zudem noch (Kunst-)Nebel machen die Szenerie wirklich schauerdhaft. Wie es im Endeffekt gelingen wird, das Dilemma der drei Charaktere herauszuarbeiten, muss man sehen. In jedem Fall eine äußerst spannende Angelegenheit.


3 comments Februar 14, 2007

Sich durchdrehen

Mehrere 36o-Grad Drehungen auf einer verschneiten Augsburger Dachterrasse geben einem ein Gefühl, das sich so einfach nicht beschreiben lässt. Nach den ersten paar langsamen Drehungen fühlt es sich noch etwas seltsam an, wenn sich die Arme mit zunehmender Geschwindigkeit vom Körper wegbewegen und man die Augen schließt, kommt man tatsächlich dazu, es schön zu finden. Und wenn man die Augen dann wieder öffnet, dann kann es unter Umständen sein, dass man lachen muss, auch wenn man von Kameras und Lampen und Kabeln umgeben ist. Stehenzubleiben ist dann wieder was anderes, ein Erlebnis, das ich bisher weder erfahren, noch mir vorstellen hatte können: Sobald man die Drehung des Körpers um seine eigene Achse beendet, stopt der Hintergrund durch’s Bild zu wischen, aber nur, um sich wenige Augenblicke später zur Seite zu neigen. Dann folgt ein für die Umstehenden wohl recht belustigendes Spektakel: Man versucht, die falsche Optik geradezurücken, indem man sich auf die Seite neigt, in sich die Umwelt bewegt. Das geht solange, bis man schließlich das Gleichgewicht verliert und im Schnee liegt.

Interessierte können meine detailgenaue Beschreibung des Sich-im-Schnee-Drehens einfach so lesen und es - vorsichtig bitte - auch einmal versuchen. Allen anderen sei die Frage erlaubt, warum dieses Erlebnis für mich so wichtig ist, dass ich es so haarklein ausgerechnet in meinem Blog beschreibe.

Nun, das Sich-im-Schnee-Drehen war für mich wohl eine der anspruchsvollsten und schönsten Szenen im Kurzfilm “Durchgedreht”, den Alwin Binder gerade für seine Bewergung bei der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München dreht. Ich habe dir große Ehre, einen der beiden Charaktere spielen zu dürfen (leider weiß ich von der bezaubernden Dame, mit der ich spielen darf nur, dass sie Isabell heißt). Der Dreh dauert drei Tage und ist für alle Beteiligten, am meisten aber für Alwin selbst, recht anstrengend. Dafür, so hoffe ich zumindest, wird aus Alwins wunderschönen Buch ein bezaubernder kleiner Film, und die “Eintrittskarte” für die HFF. Ich versuche jedenfalls, mein Bestes zu geben und bin Alwin dankbar für die schöne Gelegenheit, zu spielen. Wenn ich Bilder vom Dreh bekomme, werde ich hier ein paar einstellen.

Ich freue mich schon auf Morgen. Den letzten Drehtag…

Nebenbei noch ein kleiner Musiktipp: Basti (ein wirklich netter Kerl, den wir durch “unseren” Mitbewohner Basti kennenlernen durften) macht wunderschöne Musik, von der man sich hier kostenlos eine kleine Auswahl anhören kann.


1 comment Januar 27, 2007

Philosophieren mit Frank

Vergangene Woche habe ich mit Frank ganz grundlegend darüber diskutiert, wie man sich am besten aus dem Studium heraus in das “wirkliche Leben” (jetzt sehr bewusst in Anführungszeichen) orientieren soll.

Auslöser für die Diskussion war Franks Blogeintrag  “Wir nennen es Arbeit…”, bei dem es, grob zusammengefasst darum geht, wie sich eine (Arbeits-)Leben als Dozent an der Universität mit all seinen Unsicherheiten und vor allem den schlechten Perspektiven im Hinblick auf Festanstellung und Bezahlung zusammenbringen lässt mit dem Sicherheitsbedürfnis, das zumindest nicht alle Menschen aufgeben wollen.  Meine Argumentation dabei: schafft man den Mittelbau in den Universitäten de facto ab, so werden sich viele Studierende, die eventuell eine wissenschaftliche Karriere in Erwägung gezogen hätten, umorientieren und Berufsfelder suchen, die aussichtsreicher erscheinen.

Schnell entwickelte sich aus dieser Anfangsdiskussion die grundsätzliche Frage, wie man als Student mit seiner Zukunft umgehen soll: Investiert man so weit es geht in die Ausbildung, nimmt Praktika mit und erwirbt den höchsten Abschluss, zu dem man es irgendwie bringen kann? Da stellt sich einem schnell die Frage “was danach”?  Es ist schwierig von der “Logik des Studierens” zu einer “Logik des Arbeitslebens” zu kommen.

Erstere (die Logik des Studierens) ist auf Wissens- und Kompetenzerwerb ausgerichtet: Man arbeitet und engagiert sich (bestenfalls), um etwas zu lernen und Neues zu erfahren. Diese Logik ist in gewisser Weise auf die Zukunft ausgerichtet, denn abgesehen von der Zufriedenheit, die aus dem Lernen erwächst, hat man auch im Kopf, seine Chancen für die Zukunft zu erhöhen, vielleicht sogar seine Zukunft schon jetzt besser abzusichern. Deshalb wird hier auch häufig von “Chancen” gesprochen: Praktika sind Chancen, in Unternehmen einzusteigen, bzw. den Lebenslauf zu verbessern; Stipendien sind Chancen, in Netzwerken Verbindungen zu knüpfen, etc.

Letztere (die Logik des Arbeitslebens) funktioniert anders: Sie ist zunächst einmal auf die Gegenwart ausgerichtet, es geht darum, Geld zu verdienen, um das Leben bestreiten zu können. Die Leistung, die erbracht wird, sollte bezahlt werden, Arbeit muss sich insoweit rentieren, dass eine Familie ernährt werden kann, Pläne sich umsetzen lassen, etc.

Als Studierender ist man priveligiert, weil man in der Regel recht eigenständig der ersten Logik folgen kann. Das ist meist angenehm, denn das, was man (zumindest im Rahmen des Studiums) macht, macht man aus eigenem Interesse und ohne den Druck, sich den Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Wohl aber hat man den Druck, sich irgendwann früher oder später aus der Universität zu verabschieden, entweder, weil man nicht ewig von den Eltern abhängig sein kann/will, weil das Bafög nicht unendlich zahlt oder weil es ohnehin schon schwer genug ist, das Studium mit Nebenjobs zu finanzieren. Es stellt sich nur die Frage, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, wann man aufhören soll, im Studium “in die Zukunft” zu investieren. Wie lange es sinnvoll ist, noch ein Praktikum und doch noch einen Auslandsaufenthalt anzuhängen. Und schließlich, wann man es sich erlauben kann, eine “Chance” auszulassen, weil sie sich z.B. finanziell nicht lohnt.

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Aber vielleicht wäre es eine Lösung, das, was man im Studium investiert, nicht allzusehr an dem zu messen, was man sich nach dem Studium davon erhofft. Denn das ist ja gerade auch der Reiz des Studierens: etwas zu machen, weil man Lust dazu hat.


2 comments Dezember 12, 2006

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