Archive for 3. Juni 2008

Tools for Learning

Über Wolf bin ich auf eine Liste der Top 100 der digitalen Lerntools des Centre for Learning & Performance Technologies gestossen. Die Liste basiert auf der Einschätzung von 160 Professionals aus dem (beruflichen und nicht-beruflichen) Bildungsbereich.

Gut an der Liste finde ich, dass sie zeigt, dass es doch ganz einfache Tools mit sehr beschränkten Funktionalitäten sind, die einen grossen Einfluss auf das Lernen haben. Andererseits entsteht natürlich dadurch auch leicht wieder der Eindruck, als würden die Tools alleine schon Lernen „machen“. Hier sollte wohl im Einzelfall ganz genau nachgesehen werden, wie und wo (in welchem Kontext) die Tools eingesetzt werden und daraus wirklich gewünschte Lernprozesse resultieren.

Nichts desto weniger ist die Liste sicher eine gute Orientierung, wenn man mal ein Tool für einen ganz bestimmten Zweck braucht. Dazu kann man auch gut das ebenfalls über Centre for Learning & Performance Technologies verfügbare Inventar von aktuell über 2.300 Lerntools nutzen.

Add comment Juni 3, 2008

Alle auf der GMW08…

…so scheint es. Die Augsburger Medienpädagogik und ihr „Dunstkreis“ sind dieses Jahr wohl zahlreicher auf der GMW-Tagung vertreten, denn je:

  • Sandra, Gabi und Vicky haben erfolgreich einen Beitrag eingereicht:  „w.e.b.Square – ein Modell
    zwischen Studium und freier Bildungsressource“ (nominiert für den Best-Paper-Award)
  • Tom, Nina und ich  „Projekt i-literacy: Modell zur Förderung von Informationskompetenz im Verlauf des Hochschulstudiums“
  • Tom und ich: „Open Education: Partizipative Lernkultur als Herausforderung und Chance für offene Bildungsinitiativen an Hochschulen“
  • Zudem werden Tom, Hannah und Sandra einen Thementisch gestalten: „Offene Innovationsstrategien durch die Partizipation von Studierenden an Hochschulen? Fallbeispiele, Erfahrungen und Perspektiven“

Darüber hinaus berichten auch Mandy und Wolf, dass ihre Beiträge angenommen wurden. Ein bisschen traurig bin ich da schon, dass ich dieses Jahr wohl nicht mit dabei sein kann. Aber die nächste Konferenz kommt bestimmt ;-)

1 comment Juni 3, 2008

Alles Selbstorganisation oder was?

Seit heute ist ein neuer Arbeitsbericht von Gabi zum Thema Selbstorganisation im Netz online. Der Bericht basiert auf einer Keynote, die Gabi heute morgen auf der Edumedia-Tagung in Salzburg gehalten hat. Es geht um Selbstorganisation und damit um eines der aktuellen Lieblings-Buzzwords im Bereich der Lehr-Lernforschung (wie vor einigen Jahren E-Learning und neben aktuellen Schlagworten wie Web2.0, Netzgeneration etc.).

Gabi nimmt das Phänomen Selbstorganisation genauer unter die Lupe und analysiert zunächst, was mit Selbstorganisation beim Lernen gemeint sein kann, indem sie differenzierende Begrifflichkeiten unterscheidet: Selbstregulation (innere Strukturierung), Selbststeuerung (äussere Strukturierung) und Selbstbestimmung (eigenverantwortliches Herstellen einer Passung zwischen innerer und äusserer Strukturierung).

„Die spannende Frage ist nun, wie die innere und äussere Strukturierung des Lernens zusammenhängen. Selbstregulierung und Selbststeuerung sind letzlich zwei Perspektiven ein- und desselben Phänomens, denn: Es gibt immer eine irgendwie geartete innere und äussere Strukturierung beim Lernen. Genau hier hat aus meiner Sicht das Konzept der Selbstbestimmung seinen Platz, und zwar Selbstbestimmung in dem Sinne, dass die Person eine Passung zwischen der inneren und äusseren Strukturierung herstellen kann und muss und dafür die Verantwortung trägt“ (Reinmann, 2008, 8).

In dieser Differenzierung deutet sich schon die meiner Meinung nach interessanteste Aussage des Papiers an: Selbstorganisation hat auch, aber nicht nur mit (meta-)kognitiven Fähigkeiten zu tun, die es einem prinzipiell ermöglichen das eigene Lernen (verstanden als kognitiven Prozess) zu steuern. Das alleine ist schon überaus anspruchsvoll und dürfte bei weitem nicht von jedem Lernenden ohne weiteres zu bewältigen sein (ebd., 9f). Daneben ist selbstbestimmtes Handeln und auch eine Frage des Willens: Um selbstbestimmt handeln zu können und mein Lernen entsprechend selbst zu organisieren, muss ein Lernender sprichwörtlich wissen, was er/sie will, d.h. was mit dem Lernen erreicht werden soll.

„Selbstorganisiertes Lernen setzt nicht nur Interesse am Gegenstand des Lernens, ein ausreichendes Mass an Vorwissen oder Vorverständnis zum Thema sowie grundlegende Fähigkeiten und Übung in der Selbststeuerung innerhalb einer Lernumgebung voraus. Selbstorganisiertes Lernen – so meine These – ist auch nur dann möglich, wenn Lernende den freien Willen dazu haben und zwar im Sinne eines angeeigneten Willens. Das heisst, dass sich ein Lernender darüber im Klaren sein muss, welches Wissen und Können er wozu eigentlich erwerben möchte, und dass er es schafft, dies zum Ausdruck zu bringen“ (ebd., 11).

Diese, wie ich meine, gut differenzierte Perspektive auf das Phänomen Selbstorganisation zeigt doch, dass man durchaus kritisch gegenüber der Euphorie bezüglich selbstorganisierter Lerner im Web2.0 sein darf: Natürlich wird viel produziert und auch viel gelernt. Aber wer lernt angesichts der hohen Voraussetzungen wirklich effektiv, wer findet sich im Informationsangebot zurecht, wer kann seine „Kompetenzentwicklung im Netz“ auch tatsächlich selbstbestimmt (auf Basis selbst gesetzter Ziele) gestalten? Fragen, die es zu klären gilt.

Selbst konnte ich leider nicht in Salzburg dabei sein. Ich bin aber gespannt, wie der Vortrag auf der Edumedia angekommen ist.

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