Archive for 10. April 2008
red-ink: Kick-off im Tessin
Heute ist das Kick-off-Seminar der red-ink doctoral school zu Ende gegangen. Die viereinhalb Tage in Castelrotto im Tessin haben vor allem dem Kennenlernen und einer grundsätzlichen Einführung in das Themengebiet „Education in the Knowledge Society“ gedient.
Für mich persönlich war es eine sehr interessante Erfahrung. Das lag weniger an den präsentierten Inhalten: wie bei einer Konferenz kann man nicht derart viel auf einmal behalten; zudem waren die Vorträge rund um Education vorwiegend überblicksartig gehalten und brachten von daher nicht allzuviel Neues. Der Wert liegt für mich eher darin die Leute im Programm kennen zu lernen. Das sind einerseits die Studierenden anderer Disziplinen (neben uns „Education People“ vor allem „Computer Science People“), andererseits natürlich die Verantwortlichen: Lorenzo Cantoni (Lugano), Pierre Dillenbourg (Lausanne) und unser „Chef“, Dieter Euler (St. Gallen).
1 comment April 10, 2008
Eurodoc-Konferenz 2008: Excellence in Research
Gestern war ich – nur für einen Tag – auf der diesjährigen Eurodoc (European Council of doctoral candidates and young researchers) Konferenz in Fribourg. Das Thema Exzellenz in der Forschung und wie man dazu kommt steht derzeit ja gerne mal auf der Agenda. Daher ist es natürlich interessant zu erfahren, wie diejenigen, die diese Exzellenz einmal tragen sollen, darüber denken.
Vorträge „Policies to attract excellent researchers“ und Round Table „Are these policies adequate?“
Im ersten Teil diese Plenarsession stellten Vertreter aus Politik und Wirtschaft Massnahmen vor, mit denen Versucht wird, Exzellenz in der Forschung zu fördern. Interessant war aus meiner Perspektive vor allem die anschliessende Round Table-Diskussion mit Publikumsbeteiligung. Die Fragen aus dem Plenum lenkten die Diskussion nämlich relativ schnell auf Fragen der (sozialen) Sicherheit und des Carreer Plannings junger Wissenschaftler als zentrale Voraussetzung für Engagement in der Wissenschaft. Die Diskussion entwickelte sich im Spannungsfeld von Mobilität als zentrale Voraussetzung von Wissenschaft einerseits und sozialer Unsicherheit/sozialen Kosten andererseits. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs scheint das Problem der Vereinbarkeit von Mobilität und Unsicherheit in der Karriereplanung mit einem funktionierenden Privatleben eines der wichtigsten Themen zu sein. Oder wie es ein Teilnehmer ausdrückte „Mobility without social rights is wrong.“ Allgemein wurde gefordert, Karrieren in der Wissenschaft planbarer zu machen und Perspektiven über einzelne Bildungsabschnitte wie die Promotion hinaus zu schaffen.
Workshop: Massification of Higher Education and Research Excellence in Europe
Diese Workshop wurde eingeleitet mit Vorträgen von Katrien Maes (League of European Research Universities), Richard Bührer (Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz) und Christian Schneijderberg (Vereinigung der Schweizer Studenten).
Maes’ Vortrag war aus meiner Sicht der interessanteste: Denn relativ klar wurde darin die aktuelle (Bologna-geprägte) Entwicklung an Europas Hochschulen als Massifizierung und Univeralisierung auf dem Level Bachelor und Master einer Exzellenzförderung auf dem Doktoratslevel gegenübergestellt. Zwar wurden Begriffe wie Elitenbildung vs. Exzellenzförderung nicht explizit diskutiert, jedoch wurde in der Diskussion zum Beitrag sehr schnell klar, dass man sich über das zukünftige Modell der – ich nenne es hier möglichst neutral – „Qualitätssicherung“ nicht einig ist. Meine ganz persönliche Frage war/ist denn auch, wo exzellente Studierende herkommen sollen, wenn auf der Bachleor- Master-Stufe das „Gleichmachen“ der Bildungswege (nicht im Sinne von Demokratisierung des Zugangs!!!!) im Vordergrund steht. Frank hat kürzlich seine Erfahrungen mit dem Bucht „Gestatten: Elite“ zum Anlass genommen, über solche Fragen etwas genauer zu reflektieren.
Add comment April 10, 2008